Internationales Elisabethinnentreffen zum Start Up vor 400 Jahren

05. Mai 2026

Internationales Elisabethinnentreffen zum Start Up vor 400 Jahren

5. Mai 1626: Apollonia, Gertrud und Helene werden nun Schwestern – und das feiern wir!

12 Schwestern sind aus Bayern, Österreich, Polen und der Tschechei gekommen, um miteinander den Beginn des Ordenslebens unserer ersten Gefährtinnen vor 400 Jahren zu erinnern und zu feiern.

Die dabei waren, und das waren außer den Gästen die angereist sind, auch viele, die im Mutterhaus Aachen leben, haben eine packende Zeit mit guten Begegnungen erleben dürfen. So haben außer den Elisabethinnen auch „unsere“ indischen Schwestern der beiden Gemeinschaften, die bei uns wohnen, sowie Sr. Rose und Sr. Anisia teilgenommen, die ebenfalls bei uns leben und bei missio arbeiten. Wir waren sehr international. Mit unserer Gründerin sagen wir „Für alles sei der Ewigen Güte Lob“!

Gestartet sind wir am Montag, dem 4. Mai mit einem Besuch in St. Paul in der Jakobstraße. WARUM? 1538 beginnt der Onkel Apollonias sein Noviziat im Dominikanerkloster in der Jakobstrasse in Aachen. Matthias Esch von Sittard ist der Bruder von Apollonias Mutter Christine und wird später Hofprediger in Wien und Beichtvater von Kaiser Ferdinand I., den er zum Trienter Konzil begleitete. Er war Propst in Leitmaritz (Litomėrice) und starb 1566. In die Dominikanerkirche St. Paul hinein ist das Diözesanarchiv des Bistums Aachen gebaut. Dort durften wir etliche Archivalien aus der Ordensgeschichte sehen.

Wenige Meter weiter, wenn man von St. Paul zum Dom geht, sehen wir das Elternhaus Apollonias „zum Güldenen Ferkel“. In diesem Jahr gab es in der Aachener Tageszeitung einen ausführlichen Artikel zu dem Haus, in dem auch die Familie Radermecher erwähnt wurde… in späteren Zeiten diente es als Entbindungsheim, so dass ab 1830-1957 viele AachenerInnen dort das Licht der Welt erblickten. Wir sind dort nur vorbeigeflitzt, denn es läuteten bereits die Domglocken zur 10:00 Uhr- Messe 😉. Nach dem Gottesdienst sind wir in die Sparkasse am Münsterplatz spaziert, dem Ort, wo unsere Ordensgemeinschaft gegründet wurde, und wo vor 400 Jahren das Armenspital Aachen stand. Darinnen konnten wir ein denkmalgeschütztes Häuschen sehen, von denen etliche zum Hospital gehörten. Dort lebten bedürftige Menschen und „Pfründner“, die sich zu lebenslanger Pflege und Versorgung eingekauft hatten und damit das Armenspital stützten.

Währenddessen waren die Schwestern aus Cieszyn und Jablunkov unterwegs quer durch die Republik von Görlitz in Richtung Aachen.

Wir besuchten derweil die ehemalige Franziskanerkirche St. Nikolaus, heute für die ökumenische Citypastoral genutzt, denn dort befindet sich das Grab von Johannes Nagelmacher in der Gruft der Franziskaner.

Johannes Nagelmacher ist im Mai 1623 nach Aachen gekommen ans Gasthaus St. Elisabeth gekommen. Der seelsorgliche Dienst an den pflegenden Frauen und den Kranken ist seine erste Aufgabe nach seiner Priesterweihe. Apollonia kannte ihn und seine Familie aus s‘Hertogenbosch. Johannes begleitet sie, Gertrud und Helene bis zur Einkleidung. Er beschenkt sie reichlich zur Sicherung ihres Lebensunterhalts. Danach legt er die Seelsorge in die Hände des Franziskanerordens und kehrt in seine Heimat zurück. Mit 33 Jahren stirbt er - wieder in Aachen - am 15.Januar 1630.



Nach dem Mittagessen am Montag nahe beim setzte Regen ein, sehr ausdauernd… Da er uns treu blieb, verzichten die Schwestern auf einen Stadtbummel und wir sind ins Rathaus gegangen, um uns dort umzusehen, und wir haben die Zeit für ein Mittagsgebet in der Ungarnkapelle des Doms genutzt, wo kein Tourismus stattfindet. Domvikar Matthias Fritz hat uns dann durch den Dom geführt, auf eine Weise, die alle aufhorchen ließ. Er ist auch Seelsorger für die Katholische Hochschulgemeinde; und so fand er besondere Worte, die Botschaft dieses Gotteshauses zum Klingen zu bringen. Danke! Für uns war es ein runder Aachentag mit dem Tenor: Dank zu sagen für alle, die unsere Gemeinschaften spirituell auf gute Spur gebracht haben und halten.

Am Montagabend sind schließlich alle wieder im Mutterhaus angekommen: „wir“ vom Aachentag pünktlich zur Vesper und die Schwestern aus Cieszyn und Jablunkov zum Abendessen. Sie hatten wegen eines schweren Unfalls auf der Autobahn lange im Stau gestanden. Doch nach kurzer Erholung haben wir uns im Rekreationszimmer getroffen und uns gegenseitig erzählt, wie es bei unseren eigenen Einkleidungen war, wie uns der neue Name zugesagt wurde, was uns bis heute bewegt… diese Erinnerungen zu teilen hat uns näher an das Hauptthema unseres Treffens geführt und die Herzen weit gemacht. Der buchstäblich „krönende“ Abschluss war, die Krone zu betrachten, die bei den Einkleidungen in Aachen von 1642- in die 1850ger Jahre verwendet wurde. Die Postulantin (es waren in den Jahrhunderten ja immer nur einzelne Schwestern) legte damit symbolisch den Schmuck der Welt auf dem Altar ab, bevor sie ins Noviziat aufgenommen wurden. Dieses Krönchen ist ein Geschenk der Nichte von Leonora an den Konvent im Gründungs-Hospital, dem „Gasthaus“

Wir hatten uns entschieden, den 5. Mai Tag ruhig und innig im Mutterhaus zu begehen, so dass eine jede sich die Zeit zu Betrachtung und Gebet nehmen könnte, die ihr guttun würde. Zur Eucharistie im späten Vormittag kam Herr Weihbischof Karl Borsch, der Bischofsvikar für die Ordensleute ist. Im Nachmittag war viel Zeit, um sie mit den Schwestern, auch den alten Mitschwestern des Mutterhauses, zu verbringen und das Kloster auszukundschaften. In der Vesper fand Mutter Apollonias „heimgekehrte“ Monstranz Verwendung. Abends haben uns die beiden indischen Konvente zum Essen eingeladen: es war köstlich und sehr gesellig - auch dank der vielen musikalischen Einlagen, insbesondere von Sr. Judyta aus Jablunkov. Und: Die Novizin des Grazer Konventes, Schwester Elisabeth, feierte an diesem besonderen Tag mit uns ihren Geburtstag.

Wenn wir am Montag, dem 4. Mai unserer Geistlichen Begleiter auf dem Weg ins Ordensleben gedacht und unseren eigenen Start ins Ordensleben verinnerlicht haben, so war es nun an der Zeit, dass wir uns unserer Ausbilderinnen in den Noviziaten und Junioraten dankbar zu erinnern.

Ein Blick in unsere Ordensgeschichte stellt uns da Schwester Gertrud „Klariss“ vor Augen, die unsere ersten drei Schwestern Apollonia, Gertrud und Helene begleitete. Sie kommt aus einem unbekannten Klarissenkonvent zu der Zeit ins Gasthaus, die wir heute wohl das Postulat nennen würden. Sie bleibt bis nach Mutter Apollonias Heimgang. Als für die beiden hinterbliebenen Novizinnen eine Oberin von den Franziskaner - Terziarinnen aus Trier (Sr. Sophia Löwenbrück) ernannt wird, zieht sie sich zurück.

Eine Klarisse als Novizenmeisterin unserer ersten Schwestern & der Wunsch, für unsere zu beten… das brachte uns rasch auf die Idee: eine Wallfahrt nach Braunsrath!

Dort leben „unsere“ Klarissen, die Mitte der 1980ger Jahre ins Bistum Aachen gerufen wurden. Bis ihr Kloster fertiggestellt war, haben sie zuerst bei uns im Elisabethkloster gelebt. An ihrer Klarissei ist der Wallfahrtsort „Maria in der Linde: Trösterin der Betrübten und Zuflucht der Sünder“ gelegen. Dorthin brechen wir am Mittwochmorgen, dem 6. Mai 2026 auf.

Die Eucharistie feierte mit uns Bruder Lukas Jünemann, Armen-Bruder vom Heiligen Franziskus, unser Bischöflicher Beauftragter; für das Mittagessen hatten die Klarissen den Pilgersaal liebevoll vorbereitet. Er füllte sich rasch; es gab gute Suppe und Obstfladen als Dessert mit einer Tasse Kaffee. Und ja: Alle wurden satt und es blieb auch noch übrig. Das anschließende Mittagsgebet hielten wir in der Wallfahrtskapelle mit dem ein oder anderen Marienlied.

Wer hätte geahnt, dass es so beharrlich regnen oder zumindest nieseln würde? Unser Plan war, gleich nebenan in die Kreisstadt zu fahren und unseren Wallfahrtstag in der Propsteikirche St. Gangolf, in deren Krypta St. Hedwig verehrt wird, abzurunden. Diese ist ja schließlich eine Tante der hl. Elisabeth, unserer Ordenspatronin! Das haben wir wacker getan und einen sehr freundlichen und leutseligen Propst kennengelernt. Er führte uns zum Abschluss an dieses Kirchenportal, auf dem außer den Stiftern und (Erz-)Bischöfen aus der Adelsfamilie Von Heinsberg auch St. Hedwig und St. Elisabeth eingraviert sind.

Zum Abschluss gab es eine Überraschung: vor der Eisdiele bei sehr frischen Temperaturen. Na ja, natürlich gab es auch heißen Kakao und andere wärmende Sachen, bevor wir nachhause gefahren sind. Von heute aus betrachtet, war das eigentlich eine Hommage an die Eisheiligen!!!

Im Mutterhaus angekommen, war etwas freie Zeit, bis wir um 20:30 (!) aufgebrochen sind zur Aachener Sternwarte, die nur 500 Meter von unserem Kloster entfernt ist. Seit beinahe 100 Jahren steht sie Aachener Bürgern zur Himmelsbeobachtung zur Verfügung. Leider war es zu bewölkt dazu, so dass uns ein sehr begeisterter Herr, der sich ehrenamtlich engagiert, im Gebäude digital in das sternenübersäte Universum entführte. Ein bisschen ging es uns wie den Jüngern in Galiläa am Hochfest Christi Himmelfahrt: wir wissen, dass sie da sind, obwohl wir sie nicht (mehr) sehen konnten. Mit dem hl. Franziskus möchte man den HERRN der Schöpfung loben und Ihm danken

Wer sich die App, die dort Verwendung fand, herunterladen möchte: sie nennt sich „Stellarium“.

Am Donnerstag, dem 7. Mai sind alle wieder nach Hause aufgebrochen und die letzten kamen eine Minute nach Mitternacht glücklich an.

DEO GRATIAS 😇

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